Rio Favelas II, 2007, 240 x 100 cm, Bleistift, Kugelschreiber, Aquarell, Tusche, Acryl, Öl, Lack auf Leinwand

meinen Atem hält es an
ich staune, diese Dichte
kenne auch überforderte Autorität
hab’ auch im Ausdruck überlegt
eine eigene Stimme gefunden
riechend den stinkenden Dreck ich seh’
erwachsene Kinder flanieren
Kabelbündel zapfen öffentlich Strom
auf Wellblechdächern Wassertanks thron’
am Hang stapelnde Schachteln lieg’n
vor glänzender Sonne am Meeresrand
schmerzt, blendet, Perle der Natur
getunkt in Hügelbuchten
umgeben vom Schein der Hochhausstadt
versüßt Zuckerhut am paradiesischen Strand
Licht und Schatten dicht nebeneinander

In den Raum tretend, die Wand schier an Höhe sprengend, steht das Hochformat installativ und akzentuierend an der Wand angelehnt, einen Kosmos an malerisch-vielfältiger Farb- und Formbearbeitung, den Blick auf den brasilianischen Paradiesraum von den verdreckt-improsivierten Favela-Slums aus einnehmend und dazu kontrastierend gegenübergestellt die fein-grafische Ausführung der Hochhäuser der “Carioca Noblesse” nebenan, die zugleich in diesem Maldschungel geordnete Orientierung bietet.